Moderner Baustoff aus der Jungsteinzeit

Moderner Baustoff aus der Jungsteinzeit

Schilf – spürst du beim Klang dieses Wortes nicht auch den herben Wind der Nordsee? Für jeden der sich einmal die Dünen hochgekämpft, über die Kuppe geblickt und den rauen Wind gespürt hat, gehört das Rascheln der Schilfrohre zu diesem inneren Bild einfach mit dazu. Schilf ist aber auch ein Baustoff, der den Menschen seit 4.000 v. Chr. begleitet. Das belegen auch Funde am „schwäbischen Meer“, dem Bodensee.

Durch die immer stärkere Hinwendung zu ökologischen Baustoffen erlebt Schilf derzeit eine regelrechte Renaissance. Schilf lässt nämlich in ökologischer Hinsicht kaum einen Wunsch offen. Es hat eine hervorragende CO2-Bilanz, benötigt keinerlei chemische Behandlung (wie z.B. Kleber oder Imprägnierung), es bleibt - nur mit einem Draht zusammengehalten - komplett naturbelassen, ist sehr lange haltbar und nach seiner Nutzung verrottet es einfach und ohne Rückstände. Durch den einzigartig hohen Silizium-Gehalt von 21,7 Milligramm / Kilo (die höchste Konzentration in heimischen Pflanzen), ist das Rohr extrem wasserabweisend und entspricht der Brandschutzklasse B2. Ach ja – günstig ist es dabei auch noch.

Schilf als ökologischer Baustoff

Das Universaltalent im Einsatz

Schilf als Baustoff

Natürlich denken viele beim Thema Schilf als Baustoff an das klassische Reetdach. Die Produktauswahl geht aber weit darüber hinaus. Bei Dämmplatten, die wunderbar als Innen-, Außen- oder Dachdämmung eingesetzt werden können, sind diese Schilfrohrplatten Dämmstoff und Putzträger in einem. Du kannst also direkt nach dem Dämmen mit dem Verputzen loslegen ohne noch eine weitere Verschalung aufbringen zu müssen. Das spart Zeit, Nerven und Geld.

So leicht sich Schilf im Wind auch biegt, so fest ist es im Bündel, in der Platte oder als Gewebe. Mit einer Biegefestigkeit von 750 N/cm² ist Schilf stabil wie ein Brett und doch flexibel. Wenn du also ein Schilfgewebe als Putzträger verwendest, dann kannst du durch einfaches Verschieben der Halme leicht Unebenheiten im Untergrund ausgleichen. Bei besonders kniffligen Anwendungen, wie z.B. Dachschrägen, Rundungen oder verlorene Schalung ist gerade das Schilfgewebe sehr angenehm zu verarbeiten. Die raue Oberfläche sorgt für eine gute Haftung des Putzes und auch hohe Putzmengen trägt Schilf ohne aus der Fassung zu geraten. Schließlich hat dieser Baustoff ja auch Jahrtausende als Erfahrung auf dem Buckel. 

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