Optimale Dämmung von Dach und Keller – auch für ungeübte Heimwerker

Optimale Dämmung von Dach und Keller – auch für ungeübte Heimwerker

Um eine Gebäudesanierung richtig durchzuführen, ist es empfehlenswert bei der Planung auch an das Dämmen von Dach und Keller zu denken. Die Herausforderung hierbei ist, den passenden Dämmstoff zu finden. Folgende Kriterien helfen dir dabei, deine Entscheidung einfacher treffen zu können:

  1. Begehbarkeit ja oder nein
  2. Materialpräferenz
  3. Budget

Falls du dich bei 1.) für einen begehbaren Dämmstoff entscheidest, hast du bei 2.) die Wahl zwischen EPS (Styropor®), Steinwolle, Holzfaser und Polyurethan. EPS und Polyurethan sind leichte Hartschaumdämmstoffe auf Mineralölbasis, die gut isolieren und einfach zu transportieren sind. Durch die ausgeprägte Wärmedämmfähigkeit bei gleichzeitig hoher Temperaturleitfähigkeit ist der sommerliche Hitzeschutz eher schlecht, die winterliche Wärmedämmung aber gut. Steinwolle und Holzfaser sind deutlich schwerere Dämmstoffe mit etwas schlechteren Dämmeigenschaften im Winter, aber klaren Vorteilen bei sommerlichem Hitzeschutz und im Schallschutz.

Falls du dich bei 1.) dagegen für einen nicht begehbaren Dämmstoff entschieden hast, reicht die Auswahl unter 2.) von Glaswolle, Steinwolle, Holzfaser, Hanf über Schafwolle bis hin zu Jute. Dieses breite Feld an Dämmstoffen basiert stets auf Fasern. Im Falle von Glaswolle und Steinwolle sind die Fasern industriell erzeugt, in den anderen Fällen handelt es sich um Naturfasern. Allgemein gilt: industrielle Fasern dämmen tendenziell besser als Naturfasern. Naturfasern erreichen im Optimalfall die Wärmeleitgruppe 040, während Glaswolle sogar in WLG 032 erhältlich ist. Je niedriger diese Zahl, desto besser die Wärmedämmwirkung.

Vielseitige Dämmstoffauswahl: EPS, Steinwolle, Holzfaser, PUR, Glaswolle, Hanf, Schafwolle

Das letzte, jedoch nicht unerhebliche Kriterium ist 3.) das Budget. Wenn du ein kleines Budget zur Verfügung hast, kannst du die Kombination Glaswolle und EPS (Styropor®) nutzen. Die Hauptfläche wird gedämmt, indem du die Glaswolle ausrollst und falls nötig einen schmalen Gehweg aus Styroporplatten erstellst. 100 qm kosten dabei – je nach Dämmstärke – nicht mehr als 600 bis 800 Euro.

Mit Steinwolle kannst du einen optimalen Brandschutz bei gutem Schallschutz erzeugen. Die Holzfaserdämmstoffe erreichen einen optimalen Schallschutz bei gutem Wärmeschutz. Für diese beiden Möglichkeiten, muss jedoch mehr Budget investiert werden. Die Auswahl des Dämmstoffs hängt also von deinen Prioritäten hinsichtlich Wärmeschutz, Brandschutz und Material ab.

Wieso eignet sich eine solche Dämmmaßnahme auch für ungeübte Heimwerker so gut?

→ Weil es nur einen einzigen etwas kniffligeren Arbeitsschritt gibt.

Das ist die Verlegung der Dampfbremsfolie vor der Verlegung des Dämmstoffs. Oftmals wird die Frage gestellt, ob das überhaupt notwendig sei. Warum dies in der Tat erforderlich ist, zeigt folgende Erläuterung:

Mit dem Einbringen der Dämmung heizt du deinen Dachboden nicht mehr mit. Der Dachboden bleibt kalt. Würde man es aber zulassen, dass die aufsteigende feuchtwarme Luft aus dem Wohnraum nach Durchdringen der Decke – insbesondere bei Holzbalkendecken – auch in die Dämmung aufsteigt, dann würde dort ab einer bestimmten Stelle die Kondensation einsetzen. Aus der Feuchtigkeit, die in der Luft gebunden ist, würde Wasser werden, welches die Konstruktion durchfeuchtet. Daher stoppt die Dampfbremsfolie die feuchtwarme Raumluft unterhalb des Dämmstoffs, wo es zu warm für eine Kondensation ist. Feuchteschäden werden so vermieden.

Verlegung von Dämmstoffen auf dem Dachboden

Stell dir bei der Verlegung der Dampfbremsfolie vor, du wärst in einem Boot und die Dampfbremsfolie wäre die Hülle dieses Bootes. Nur wenn du so arbeitest, dass deine Bootshülle komplett geschlossen ist und kein Leck hat, gehst du nicht unter.

Nach diesem Arbeitsschritt ist der Rest ein Kinderspiel: Dämmstoff ins Dachgeschoss bringen, auslegen – erledigt! Ein Verkleben ist nicht notwendig, der Dämmstoff wird schwimmend – also ohne Befestigung mit dem Untergrund oder den benachbarten Dämmplatten – verlegt.

 

 

 

Die Dämmung der Kellerdecke

Der Vorteil bei der Kellerdeckendämmung liegt darin, dass der knifflige Schritt der Anbringung der Dampfbremsfolie entfällt. Jedoch musst du dich einer anderen Herausforderung stellen: dem Arbeiten über Kopf.

Als Dämmstoffe stehen dir Steinwolle, Polyurethan, Holzfaser und Styropor® (EPS) zur Verfügung. Bei der klassischen Kellerdecke aus Beton ist nicht mehr zu tun, als den ausgewählten Dämmstoff mit Hilfe eines zementbasierten Klebe- und Armierungsmörtels an der Decke zu befestigen.

Als Entscheidungskriterium im Keller orientiert man sich am besten am Brandschutz bzw. am Raumverlust. Mit Blick auf den Brandschutz ist Steinwolle zu bevorzugen, wer jedoch einen sehr niedrigen Keller hat und trotzdem etwas tun möchte, der wird an Polyurethan kaum vorbeikommen, denn mit WLG 023 bietet dieser Dämmstoff die beste Dämmleistung unter den genannten Materialien. Auch niedrige Dämmstärken erzielen dadurch bereits eine Wirkung.

Wie du siehst, ist die Entscheidung für den passenden Dämmstoff der schwerste Schritt. Die Verlegung bekommst du mit links hin und profitierst jahrelang von einer qualitativ hochwertigen Dach- oder Kellerdeckendämmung.

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